Informatik und Computer
Ein hochaktuelles Beispiel soll dies verdeutlichen: könne Sie
die Aufgabe 419*743=? lösen, gerne auch mit Taschenrechner?
Kein Problem, die Lösung findet man mit dem Rechner in
Sekundenschnelle: 419*743= 311317. Vermutlich wird Ihnen nicht
aufgefallen sein, dass die beiden Faktoren Primzahlen sind, oder? Wie
lange hätten Sie aber gebraucht, wenn die Aufgabe andersherum
gestellt gewesen wäre, nämlich die Zahl 311317 in die
beiden Primfaktoren zu zerlegen? Jedenfalls sehr viel länger,
weil Ihnen keine andere Wahl geblieben wäre, als nacheinander
auszuprobieren, durch welche Primzahl 311317 teilbar ist. 2? Nein! 3?
Nein! 5? Nein! ….usw. Und warum ist dieses Beispiel jetzt so
hochaktuell? Verschlüsselungsverfahren im Internet (Z.B. beim
Onlinebanking) basieren im Kern darauf, dass das Multiplizieren von
Primzahlen sehr viel schneller geht als das Zerlegen einer Zahl in ihre
Primfaktoren. Was passiert aber, wenn jemand einen Algorithmus
entwickelt, um die Zerlegung sehr viel schneller als durch
bloßes Ausprobieren zu schaffen? Dann wären alle
diese Verschlüsselungsverfahren mit einem Schlag wertlos!
Deswegen ist es eine sehr aktuelle Frage der Informatik, die Existenz
oder auch die Nichtexistenz eines solchen Algorithmus zu beweisen. Dies
nur als Beispiel dafür, was mit der Frage gemeint ist, welche
Probleme grundsätzlich mittels eines Algorithmus
gelöst werden können. Und auch dafür, warum
solche theoretischen Fragen von großer praktischer Bedeutung
sind!
Ein weiteres Beispiel für Fragestellungen der Informatik ist
die künstliche Intelligenz. Können Maschinen denken?
Es ist nach wie vor eine kontrovers diskutierte Frage, wie man
überhaupt die Intelligenz einer Maschine definieren soll. Weit
verbreitet ist die von Alan Turing vorgeschlagene Definition: Maschinen
sind Intelligent, wenn Sie sich mit einem menschlichen
Gesprächspartner so unterhalten können, dass dieser
nicht mehr unterscheiden kann, ob er mit einer Maschine oder einem
Menschen redet. Diese Definition lässt sich mit guten
Gründen kritisieren, aber das ist ein anderes Thema. Auch beim
Thema „Künstliche Intelligenz“ steht die
Frage der theoretischen Grenzen des durch Computer Realisierbaren eher
im Vordergrund als eine konkrete Problemlösung.